sMapshot ist lanciert! 2. Crowdsourcing-Treffen

Lesezeit: 7 Min.

Früher gab es kein GPS. Jetzt brauchen wir Sie, um die genaue geografische Position von historischen Bildern wiederzufinden! Wir haben am 30. Januar 2018 an unserem 2. Crowdsourcing-Treffen (siehe auch die Videoaufzeichnung) die innovative Georeferenzierungs-Plattform sMapshot (allgemeine Startseite) lanciert. Steigen Sie direkt in unsere Sammlung ein, und zwar unter https://smapshot.heig-vd.ch/ethz

Was ist sMapshot?

sMapshot ist eine Plattform für ortskundige Teilnehmer/innen, um historische Bilder in einem virtuellen Globus zu positionieren und damit zu geolokalisieren. Der virtuelle Globus baut auf den aktuellsten Satellitenbildern sowie den 3D-Gebäuden von Swisstopo auf. Für Aufnahmen, die ins Ausland zeigen, stehen Bing Maps wahlweise zur Verfügung. sMapshot ist ein Projekt des Laboratoire de SIG, Haute École d’ingénierie et de gestion du canton de Vaud (HEIG-VD).

Wieso Georeferenzieren?

Das übergeordnete Ziel unseres Crowdsourcings ist es allgemein, Metadaten zu verbessern. Sei dies durch Kommentieren auf E-Pics Bildarchiv Online, wie bisher und wie weiterhin auf allen Bildern möglich, oder mittels des neuen Tools sMapshot. Beim Georeferenzieren bzw. Geolokalisieren auf sMapshot werden folgende Metadaten verbessert:

  • Berechnung von Kamerastandort, Blickrichtung und Aufnahmehöhe
  • Berechnung von sämtlichen im Bild sichtbaren Ortsnamen (Orte, Flüsse, Flurnamen, Berge usw.).
  • Berechnung von sogenannten Footprints

Konkret heisst dies: Sie müssen bspw. nicht mehr alle Bergnamen einer abgebildeten Bergkette mühselig in der E-Pics-Kommentarfunktion aufschreiben. Das „erledigt“ sMapshot jetzt für Sie!

Dadurch werden unsere Bilder noch mehr zu einer „Goldmine für die Wissenschaft“. Denn mit diesen exakten geografischen Koordinaten können beispielsweise folgende Analysen gemacht werden:

  • Gletscherschwund und Naturgefahren berechnen
  • Stadtentwicklung analysieren (z. B. der Einfluss von Infrastruktur)
  • verschwundene historische Gebäude virtuell rekonstruieren

Wie funktioniert sMapshot? Tipps & Tricks

Eines Vorab: die Lernkurve ist sehr steil! Sie werden es sehen, nach wenigen Bildern haben Sie den Trick raus!

Allgemeines

  • Um Ihre Bilder in mySmapshot verwalten zu können und um auf die Bestenliste zu kommen, melden Sie sich bitte an. Sie können sich über Facebook, Google plus oder ein separates Login anmelden.
  • Arbeiten Sie bevorzugt mit modernen Browsern wie Chrome, Firefox oder Edge. Mit den aktuellsten Versionen von Internet Explorer und Safari ist das Arbeiten grundsätzlich auch möglich.
  • Bevor Sie das erste Bild georeferenzieren können, wird Ihnen einmalig ein Tutorial-Video gezeigt. Dieses wird, sofern Sie angemeldet sind, beim zweiten Bild nicht mehr angezeigt.
  • Der virtuelle Globus ist von Swisstopo und deckt ausschliesslich das Gebiet der Schweiz ab. Aktivieren Sie Bing Maps, um in Grenzgebieten die Landschaften im Ausland anzuzeigen.

Georeferenzieren

  • Die Geolokalisierung verläuft in zwei Stufen:
    1. Sie müssen zunächst mindestens vier Punkte angeben, die sich auf dem Bild und dem virtuellen Globus entsprechen. Das Bild kann dadurch grob verortet werden.
    2. Danach werden Sie aufgefordert, mindestens zwei weitere Punkte anzugeben, damit das Bild vollständig geolokalisiert werden kann.
  • Verteilen Sie die Punkte auf dem ganzen Bild, damit eine möglichst grosse Abdeckung entsteht. So kann das Bild präzise in den virtuellen Globus eingefügt werden.

  • Setzen Sie Referenzpunkte in der Landschaft! Bei Gebäuden die Punkte am Fundament (in die Landschaft also) und nicht aufs Gebäude setzen, denn diese werden nicht erkannt und die Punkte werden als „falsch“ bewertet.

Verbessern

  • Wenn Punkte als nicht exakt oder falsch (orange oder rot) angezeigt werden, können diese mit der Maus ausgewählt/aktiviert und verschoben werden.
  • Probieren Sie auch folgendes aus: einen weiteren Punkte setzen, das Bild neu berechnen lassen und dann evtl. früher gesetzte Punkte wieder löschen und das Bild nochmals neu berechnen lassen. Dies kann helfen, wenn das Lokalisieren noch nicht haargenau stimmt.
  • Achten Sie insbesondere auf die Fortsetzung von Strassen von den Bildrändern in den virtuellen Globus. Auch bei Bergspitzen und Bergketten sehen Sie sehr schnell, wenn Sie im virtuellen Globus das Bild überlagert anzeigen und gleichzeitig mit den Schiebern „Tiefe“ oder „Transparenz“ die Lokalisierung kontrollieren, ob die Lokalisierung genau ist.
  • Wenn Sie feststellen, dass ein Bild seitenverkehrt dargestellt wird und Sie es daher nicht geolokalisieren können, können Sie dies unter „ein Problem melden“ (unterhalb des Bildes) melden.

Weitere Funktionalitäten

  • Ab Montag, 12. Februar 2018 können Sie auch Korrekturen für Titel und Beschreibungen direkt in sMapshot melden. Bitte melden Sie aber nur substantielle Korrekturen wie falsche Orts- oder Bergnamen. Melden Sie uns keine Ergänzungen! Dies im Unterschied zum Kommentieren auf E-Pics Bildarchiv Online, wo Sie Beschreibungen von Objekten im Vordergrund u.ä. melden. Beispiele für Korrekturen:
    • Rebstein, Jacob Rohner AG Textilunternehmen. Das Bild zeigt die Fabrik der Rohner Socken und diese steht nicht in Rebstein, sondern in Balgach, dem Nachbardorf.
    • Mönch mit Jungfrau, Flugzeugrumpf im Bild v. S. aus 4500 m. Richtig ist: Mönch mit Eiger (knapp sichtbar im Hintergrund), was ja nicht ganz das gleiche ist! 180° verkehrte Sichtweise.
  • Wir werden die Korrekturen direkt in der Bilddatenbank Bildarchiv Online und nicht in sMapshot ergänzen. Suchen Sie also nicht in sMapshot nach den Korrekturen!
  • Ab Montag, 12. Februar 2018 wird auch die Funktion Notiz online sein. Mit der Notiz können Sie im historischen Bild Markierungen vornehmen und eine Notiz hinterlegen, wenn Sie bspw. auf ein besonders erwähnenswertes Detail hinweisen möchten.

Validierung der Bilder durch das Bildarchiv-Team

Nachdem Sie ein Bild erfolgreich lokalisiert haben, überprüfen und validieren wir dieses. Wie bei den Kommentaren machen wir dies sehr zeitnah, also innerhalb von 1-3 Arbeitstagen. Wir kontrollieren die Passgenauigkeit des Bildes im virtuellen Globus. Ist diese gut, geben wir das Bild frei. Sie erhalten dann, falls Sie mit einen Login arbeiten, einen weiteren Punkt in der Bestenliste. Wir können auch kleine Korrekturen vornehmen. Allerdings haben wir schon nach wenigen Tagen bemerkt, dass dies u. U. sehr zeitaufwendig sein kann und dass es sinnvoller ist, wenn wir ein Bild ablehnen. Sie können dann einen zweiten Versuch starten. Unsere Validierungsschritte können Sie, falls Sie mit einem Login arbeiten, im Bereich mySmapshot verwalten.

Was ist mySmapshot?

Der Bereich mySmapshot ist für Teilnehmende, die sich mit eigenem Benutzernamen angemeldet haben. Auf der linken Seite sehen Sie Icons zum Navigieren. Von oben nach unten sind das folgende Bereiche:

  • Meine Einstellungen: hier können Sie u. a. Ihren Benutzernamen ändern und die Sprache einstellen.

  • In den drei Bereichen „Meine Georeferenzierungen/Meine Vorschläge/Meine Notizen“ gibt es folgende Filterfunktionen.

    Filter Besitzer: Filtern Sie nach der besitzenden Institution. sMapshot ist eine kollaborative Plattform, d.h. es sind auch noch andere Institutionen darauf vertreten.

    Filter Sammlungen: auf sMapshot sind nicht wie auf E-Pics Bildarchiv Online alle Bilder online gestellt. Sondern wir arbeiten mit Sammlungen bzw. Kampagnen. Im Moment läuft die Kampagne Luftbilder von Walter Mittelholzer.

    Filter Status: Hier können Sie abfragen, ob ein Bild noch in der Warteliste bei uns hängt, bestätigt, korrigiert oder abgelehnt wurde. Abgelehnte Bilder können Sie wieder aktivieren und neu bearbeiten.

    Filtern nach Datum

  • Meine Georeferenzierungen: Hier sehen Sie den Status Ihrer georeferenzierten Bilder. Jedes Bild wird von uns geprüft, evtl. korrigiert, freigegeben oder abgelehnt. Die Ansicht der unterschiedlichen Stati unterscheidet sich durch die folgenden Farben:

  • Das erste Bild wurde bestätigt. Oben rechts ist ein Häkchen in grün.

  • Das zweite Bild wurde korrigiert. Oben rechts ist ein Häkchen in orange. In der roten Sprechblase geben wir Ihnen den Grund für die Verbesserung an.

  • Das dritte Bild wurde abgelehnt. Oben rechts ist ein Kreuz in rot. Wieder gibt es in der roten Sprechblase ein Begründung. Klicken Sie auf den gebogenen Pfeil rechts unten. Sie starten dadurch das Bild neu für einen zweiten Versuch.

  • Mein Ranking: hier können Sie sich die Statistik nach Monat und Jahr ausgeben lassen. Ein Filter für „all“ unter Monat, damit Sie das ganze Jahr anzeigen können, ist in Arbeit.
  • Meine Vorschläge: hier können Sie den Status Ihrer Korrekturvorschläge für Titel und Beschreibungen einsehen.
  • Meine Notizen: hier können Sie den Status Ihrer Notizen einsehen.

Laufende und geplante Kampagnen

Seit mehr als einer Woche nun sind Sie am Werk! Und Sie waren sehr fleissig! Die Entwickler kommen nicht mehr aus dem Staunen heraus! Vorgestern, Montagmittag waren bereits die ersten 2’000 Bilder referenziert. Die aktuelle Bestenliste finden Sie auf der sMapshot-Homepage.

sMapshot funktioniert in Kampagnen.

  1. Wir sind mit den rund 10’000 Schweizer Luftbildern von Walter Mittelholzer gestartet. Sie finden unsere Sammlung hier.
  2. Schon sehr bald werden wir eine sehr kleine Kampagne zu Überschwemmungen starten. Sie hatten bereits das Unwetter im Gürbetal bearbeitet, u. a. werden wir diese Bilder georeferenzieren lassen. Hier wurden wir von der Universität Bern und dem Mobiliar Lab für Naturrisiken angefragt. Um unsere Bilder für wissenschaftliche Zwecke auf deren neuer Plattform nutzbar zu machen, müssen unsere Bilder zuerst georeferenziert werden. Start der neuen Plattform des Mobiliar Lab ist Mai 2018. Mehr Informationen dazu folgen in diesem Blog.
  3. Weitere Themen werden sein: Gletscherbilder der Glaziologischen Kommission und die 20’000 Luftbilder von Werner Friedli, die er als Nachfolger Mittelholzers für die Swissair Photo geschossen hat.

Was heisst das nun für Sie?

  • Das Kommentieren auf E-Pics Bildarchiv Online ist nach wie vor und wie gehabt erwünscht und möglich. Jeden Montag werden hier auf dem Blog neue Bilder vorgestellt.
  • Zusätzlich können Sie ausgewählte Bilder über sMapshot georeferenzieren. Dadurch erübrigen sich gewisse Kommentare auf E-Pics Bildarchiv Online.
  • Die Statistiken lassen wir vorderhand getrennt laufen. Für die Textkommentare auf E-Pics Bildarchiv Online finden Sie die Statistiken hier auf dem Blog, für sMapshot finden Sie diese auf der Startseite oder Ihrem mySmapshot.

Falls Ihnen Fehler auf der Plattform auffallen, können Sie dies melden. Schreiben Sie eine E-Mail an nicole.graf@library.ethz.ch.

sMapshot ist ein Tool mit grossem Suchtpotential!

Aus den zahlreichen Rückmeldung höre ich immer wieder: ein geniales Tool, aber es hat ein grosses Suchtpotential! Es ist wie ein Spiel! Es kann Ihre Freizeit massgeblich verändern! 😉

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DOI Link: https://doi.org/10.35016/ethz-cs-4995-de

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